Der sechste Sinn

26.04.2020 | Segerer

 

Wie viele Sinne wir Menschen haben, ist unter Biologen umstrittener als landläufig angenommen. Übrigens auch in der Filmbranche! Anders ist der Titel "The Sixth Sense" nicht zu erklären...


Unstrittig sind zumindest schon mal die fünf Sinne - Sehen, Hören, Riechen, Tasten, Schmecken - seit sie in der Antike von Aristoteles identifiziert wurden. Der sechste Sinn hingegen wird schon meist leichtfertig übersehen. Auch heute noch. Immerhin sollte es nach Aristoteles noch weitere 2000 Jahre dauern, bis er erst kürzlich entdeckt wurde, als Forscher im 19. Jahrhundert über das Gleichgewichtsorgan im Innenohr stolperten. Bis dahin wurden dem Menschen nur die fünf Wahrnehmungssinne zugeschrieben...

 

Im frühen 19. Jahrhundert fragte man sich, wie Blinde es schaffen, so geschickt und zielgerichtet zu agieren. Man folgerte, dass es einen Sinn für die Lage und Bewegung des Körpers geben müsse. Der Neurologe und Medizinnobelpreisträger Charles Sherrington zeigte schließlich etwa 100 Jahre später, dass Muskeln und Sehnen vollgepackt sind mit Sinneszellen, die er "Propriozeptoren" nannte - also Rezeptoren zur Selbstwahrnehmung. Der so enthüllte Körpersinn heißt seither "Propriozeption".

 

Beim sechsten Sinn geht’s also um die Körperwahrnehmung. Dieser Körpersinn ist weitgehend unbekannt. Denn nur selten wird uns bewusst, mit welcher Macht er unser Leben regiert. Das Gleichgewichtsorgan ist selbstverständlich gesund...

 

Schwindel ist ein Lebensgefühl. Ein äußerst negatives. Die Lebensqualität geht gegen Null. Labyrinthausfall, Drehschwindel, Lagerungsschwindel, ... kann einem glatt den Tag versauen. In der ärztlichen Praxis eine der häufigsten Beschwerden. Häufigste Ursache von Schwindel ist Sauerstoffmangel im Gehirn. Also Durchblutungsstörung. Klingt alles ziemlich spaßbefreit. Da sama liaba g’sund! Leben funktioniert besser im Gleichgewicht (...Magnesium und Arginin helfen dabei!).

 

Für alle die jetzt gedacht haben, der "sechste Sinn" sorgt dafür - so wie im US-Thriller "The Sixth Sense" dargestellt - tote Menschen sehen zu können...

Es tut mir leid euch enttäuschen zu müssen! Aber die Propriozeption ist ja auch gar nicht so übel. Sinnigerweise informiert sie uns über Masseverteilung, Schwerpunkt und Balance. Ohne den Körpersinn könnten wir niemals so geschmeidig Einradfahren. Und die Bewegung beim Sport wiederum garantiert eine hervorragende Sauerstoffversorgung des Gehirns. Für die Nerds unter den Lesern empfiehlt es sich, den Einrad-Sport fortan als Propriozeptionstraining zu bezeichnen.

 

 

ClaraS Haltung


 


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